Flüsterpost e.V. – Unterstützung für Kinder krebskranker Eltern

In Zeiten von Corona können wir leider unsere Veranstaltungsreihe „ENDlich leben“ nicht durchführen, weil die Publikumsgrösse begrenzt ist. Unsere Hospizbegleitenden aber sollen weiterhin die Möglichkeit zu Fortbildung und Information haben und auch auf diesem Weg Kontakt zueinander halten können. So finden regelmäßig – unter Einhaltung der Abstands- undHygieneregeln -unsere Supervisionstreffen statt, in denen Austausch und Reflexion über die  Begleitungen möglich ist.

Anita Zimmermann
Einige Hospizbegleiterinnen beim Literaturstudium

So war vor wenigen Tagen Anita Zimmermann, Diplom Sozialpädagogin und Leiterin der Beratungsstelle „Flüsterpost“ zu Gast und informierte über die Arbeit des Vereins, mit Sitz in Mainz, der sich um Kinder krebskranker Eltern kümmert und damit auch für unserer Arbeit hier in der Region Ansprechpartner ist. „ Oft werden Kinder in Familien,  in denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist nicht genügend in den Blick genommen, vielleicht will man sie schonen und nicht zu sehr belasten  uns lässt sie im Ungewissen“, fasst Anita Zimmermann ihre Erfahrungen zusammen. Dabei ist es unendlich wichtig, Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen, ihre Sorgen und Ängste zu teilen und ihnen zu helfen mit der Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen umzugehen. Flüsterpost begleitet Kinder und Jugendliche in jedem Alter, bietet in den Räumen der Beratungsstelle in Mainz und auch Hausbesuchen Hilfen an und unterstützt Familien in diesen schweren von Krankheit und Trauer geprägten Krisenzeiten. Gerade für Kinder ist wichtig, trotz diesen schweren emotionalen Belastungen neue Wege in ihr Leben zu finden und mit dem Verlust leben zu lernen. „Wir müssen den Kindern nicht immer alles sagen, was wir wissen, aber alles was wir sagen muss wahr sein“, fasst Anita Zimmermann die Haltung von Flüsterpost zusammen. Kinder ernst nehmen und einbeziehen, sie begleiten, ihre eigenen Kräfte wecken und an ihrer Seite sein.

Die Angebote von Flüsterpost sind für die Familien kostenfrei. Der Verein finanziert sich  über Spenden und Fördermittel.

Flüsterpost hat umfangreiche Materialien, Literaturlisten, und auch Fortbildungsangebote und Informationen für Erzieher*innen, Lehrkräfte, Menschen, die mit Kindern in Trauersituationen umgehen.

Flüsterpost e.V.
Luise Meitner Straße 7
55129 Mainz

Tel.: 06131 5548798
Mobil 0170 9506406 oder 0157 73832300

Info@kinder-krebskranker-Eltern.de

www.kinder-krebskranker-Eltern.de

Vortrag „Demenz hat viele Gesichter“

Mit ihrem Vortrag zu den „Gesichtern der Demenz“ gab Sozialpädagogin Bettina Koch von der Rheinhessenfachklinik eindrucksvoll Einblicke in ihren beruflichen Alltag im Umgang mit demenzkranken Menschen und ihren Angehörigen. Für die in Ausbildung befindlichen Hospibegleitenden und die bereits Erfahrenen gab es wichtige Informationen und Impulse für die Arbeit. Auch zahlreiche Angehörige waren im vollbesetzten Konferenzraum des DRK Krankenhauses zum Vortrag der Reihe „ENDlich leben“ gekommen und haben neben Informationen auch hilfreiche Tipps zum Umgang, sowie Adressen und Hilfsangebote erhalten, denn gerade auch Angehörige brauchen Unterstützung und Begleitung in ihrer belastenden Situation. „Da Demenz Kranke nicht mehr über die Brücke zu unserer Welt gehen können, müssen wir zu ihnen hinüber gehen“, so lautete das Resümee von Bettina Koch.

Kostbare Zeit um Tod und Bestattung

Vortragsreihe ENDlich leben:

„Kostbare Zeit um Tod und Bestattung“ am 18.2.2020

Einfühlsam und mit viel Herzenswärme gab die Darmstädter Trauerbegeleiterin und Bestatterin Sabine Eller einem gebannt lauschenden Publikum Einblick in ihren beruflichen Alltag.

Vorsorgegespräche, Begleitung von Menschen am Lebensende bei der Umsetzung ihrer Wünsche, die Bestattung nach individuellen Wünschen gestalten und dabei auch die Angehörigen einbeziehen und ihnen auf ihrem Trauerweg Halt geben.

Sabine Eller gibt Angehörigen wo immer möglich Gelegenheit selbst etwas zu tun, beim Waschen und Ankleiden der Verstorbenen zu helfen, die Trauerfeier mit zu gestalten und ganz persönliche Vorstellungen für den Abschied zu verwirklichen.

Kindern als Trauende mit ganz eigenen Bedürfnissen wird besondere Aufmerksamkeit zuteil, denn Kinder reagieren anders als Erwachsene und brauchen besonders sensible Zuwendung. Im Umgang mit Tod und Trauer den eigenen Intuitionen zu folgen, sich Zeit und Raum für Trauer zu nehmen, dazu ermuntert Sabine Elle die Menschen, die ihre Unterstützung suchen.
Respekt, Wertschätzung und Würde sind zentrale Aspekte ihrer Arbeit und beschreibt ihre Haltung. „Und das wichtigste ist mit dem Herzen dabei zu sein“, war die Botschaft des Abends im vollbesetzten Konferenzraum des DRK Krankenhauses.
Während des Vortrags hätte man eine Stecknadel fallen hören können und die Bemerkung einer Besucherin „Frau Eller hat mir viele Impulse gegeben, mich auf ganz neue Denkpfade geführt und mich tief berührt“ sagt alles.
Sabine Eller Darmstadt www.sterbenleben.de

Facetten des Schmerzes

Mit einem Vortrag über die Facetten des Schmerzes hat der Palliativmediziner Dr. Christoph Kern am 4. Dezember unsere Vortragsreihe ENDlich leben bereichert. Schmerz ist nicht nur körperlich spürbar, Menschen am Lebensende leiden häufig auch an sozialem, seelischem und spirituellen Schmerzen, die von An- und Zugehörigen und den Betreuenden wahrgenommen werden wollen. Die Ausbildungsgruppe der Hospizbegleitenden und die zahlreichen Gäste des Vortragsabends konnten neben vielen Informationen auch  wertvolle und wunderbare Anregungen zum Umgang mit Menschen am Lebensende mitnehmen.

Lachen trotz und alledem – Darf ich lachen, wenn ich traurig bin?

Der Welthospiztag am 12. Oktober 2019 war Anlass für den Hospizverein Dasein e.V. Alzey zu einer interaktiven Lesung in den Konferenzraum des DRK Krankenhauses einzuladen. An der Pinnwand hängt eine große Fahne mit einem dicken, gelben Smiley vor Regenbogenfarben. „Darf ich lachen, wenn ich traurig bin?“, fragt Referentin Silvia Rößler. Die Antwort hat das bekannte Symbol vorweggenommen: „Ja, man darf, man soll sogar!“

„Wir haben schon öfter das Thema Humor am Lebensende aufgegriffen“, sagt die Vorsitzende von Dasein, Katharina Nuß. „Lachen und Humor können schwierige Situationen leichter erträglich machen.“ Die Veranstaltungen der Reihe „ENDlich leben“, sind Bestandteil der Ausbildung zum Hospizhelfer. Damit Erfahrungen aus der Hospiz-Begleitung auch für andere erlebbar werden, sind die Veranstaltungen des Vereins nicht auf den Kreis der Hospizbegleiter und Hospizhelfer beschränkt. „30 waren angemeldet, gekommen sind weitaus mehr“, freut sich Nuß über das große Interesse. Bevor sie der Referentin das Wort erteilt, hat sie die angenehme Aufgabe, der langjährigen Hospizbegleiterin Gerda Pusch nachträglich zum 70. Geburtstag zu gratulieren. Pusch ist auch ehrenamtliche Betreuerin der Sternenwiese. „Wir hoffen, dass du uns noch lange in diesen Funktionen erhalten bleibst“, sagte Nuß.

Silvia Rößler hält nicht einfach ein Referat zum angekündigten Thema. Die Lachyoga-Trainerin aus Bielefeld verknüpft die Inhalte ihres Buchs „Lachen – Trotz und alledem“ mit praktischen Übungen, an denen sich die Zuhörer begeistert beteiligen. Sie erzählt, wie sie als ausgebildete Physio- und Sozialtherapeutin zum Lachyoga kam und zur Lachbotschafterin avancierte. „Ich bin zu dem Thema durch ein trauriges Ereignis gekommen“, erklärt sie. Der Tod ihrer besten Freundin war der Auslöser.

Dass Rößler von Natur aus ein eher heiterer Mensch ist, glaubt man gerne. Und sie verrät einen Trick: „Wenn wir total traurig sind, hilft es, einfach die Mundwinkel nach oben zu ziehen.“ Wissenschaftlich bewiesen ist, dass diese Muskelbewegung Endorphine freisetzt. Das sogenannte Glückshormon ist eine körpereigene Droge, die nicht nur die Stimmung hebt, sondern auch schmerzdämpfend wirkt. „Zehn Minuten Lachzeit am Tag sollten es sein“, fordert Rößler. Gemeinsame Lachyogaübung ist das „Lächeln schöpfen“, dies wird zu Lachen, lachend schüttelt jeder die Hand seines Nachbarn und schon erfüllt herzhaftes Gelächter den Raum.

Vortrag und gemeinsame Übung im Wechsel machen den Abend abwechslungsreich. Rößler teilt ihre Lebenserinnerungen und Erfahrungen und findet zahlreiche Beispiele und Zitate, die sich mit Lachen und Humor befassen, nachzulesen in ihrem Buch. „Nehmen Sie es nicht so ernst, wie es ist“, um es mit Karl Valentin zu sagen. Es gibt Witze, die sich mit dem humorvollen Umgang mit schwierigen Situationen befassen, das Auditorium lernt die „Humorbrille“ kennen, mit der imaginären Lachcreme kann man sich die Mundwinkel nach oben schminken. „Ganz egal, welche Sprache man spricht, Lachen ist überall gleich“, stellt sie fest und später: „Beim Lachen kann man nicht denken.“ So bietet das Lachen eine Auszeit auch in tragischen und traurigen Situationen. „Einem Trauernden freundlich zugewandt begegnen“, fordert sie auf, dazu gehören Achtsamkeit und emotionale Intelligenz. „Wo der Spaß aufhört, beginnt der Humor“, zitiert sie den Kabarettisten Werner Fink.

Auch an der letzten praktischen Lektion beteiligen sich alle gerne: „Das Lachen aus dem Ärmel schütteln und als Reserve in die Tasche stecken.“ Man kann es jederzeit hervorholen und hat so stets ein Lachen parat.

Artikel von Ulla Grall in der Allgemeinen Zeitung am 16.10.2019

Gedanken zu Vergänglichkeit und Wandel

Bis auf den letzten Stuhl besetzt war der Veranstaltungsraum im Weinhotel Kaisergarten zum Vortrag von Agnes Packebusch-Scheer am 22. November 2018. 70 Gäste waren tief beeindruckt und berührt von den Impulsen, die sie durch die Ausführungen der Referentin erhielten. Loslassen, den Wandel akzeptieren, aus Krisen lernen und neue Kraft schöpfen…waren die Themenschwerpunkte. Dabei die Endlichkeit des eigenen Lebens erfassen und positiv auf die Zeit, die uns bleibt, schauen und Lebensfreude entwickeln.

Gedanken, die in der Hospizarbeit grundlegend sind. Mit der Veranstaltungsreihe ENDlich leben werden solche Themen aufgegriffen und ein Forum zum Austausch angeboten. Auch im kommenden Jahr werden wir unsere Veranstaltungsreihe fortführen.

Der Hospizverein DASEIN sagt herzlichen Dank an Frau Brand, die den Raum in ihrem Weinhotel Kaisergarten zur Verfügung stellte, mit Technik bestückte und so umgestaltete, dass alle Gäste Platz fanden!

Heilsame Sprache in der Sterbephase – Kommunikation, die trägt

So lautete der Titel des Vortrages von Frau Dr. Elke Freudenberg, Psychologin und Psychoonkologin im Herz-Jesu-Krankenhaus in Dernbach am 05. Juni 2019 im Rahmen der Vortragreihe: ENDlich leben

Über den Tod zu sprechen, fällt schwer, selbst für die geschulten professionellen und ehrenamtlichen Begleiter ist es nicht leicht, die richtigen Worte zu finden. Der Tod betrifft uns alle – irgendwann, und so erklärt sich vielleicht auch die Scheu, dieses Thema offen anzusprechen. Sprache als eine Ebene der Kommunikation und als Instrument zur Beziehungsgestaltung erweist sich oft als unzureichend und schwierig, gerade in existentiellen Fragen. Auch wenn wir uns der Lebens- und Erfahrungswelt der sterbenden Menschen nur bis zu einem gewissen Grade annähern können, möchten wir doch durch Kommunikation Beziehung schaffen, den Gedanken und Gefühlen der Patienten Raum gehen und verstehen lernen, was diese bewegt und umtreibt. Doch wie oft fehlen uns die Worte, fühlen sich Worte unpassend an, angesichts der Wucht der existentiellen Not, angesichts des körperlichen und seelischen Schmerzes der Betroffenen. Die Frage ist häufig auch: „Bedarf es immer der `richtigen´ Worte?“ „Gibt es überhaupt `richtige´ oder `falsche´ Worte, oder kommt es auf etwas ganz anderes an?“

Diese und weitere Überlegungen wurden im Vortrag angesprochen und anhand der verschiedensten Beispiele wurde erläutert, worauf geachtet werden könnte: Wesentlich erscheinen die innere Einstellung und die Haltung der Begleiter, die dazu beitragen, dass Kommunikation in solch schwierigen Situationen gelingen kann. Wenn wir einander als Menschen begegnen, offen und ehrlich und in empathischer Weise einander zugewandt, dann fühlen sich die betroffenen Menschen oder ihre Zugehörigen angenommen. Manchmal bleibt nur das gemeinsame „Aushalten“. Durch eine respektvolle und liebevolle Beziehung ist keine Heilung, aber viel Heilsames möglich.

ENDlich leben – Vortrag zur Vergänglichkeit

Der Vortrag „Gedanken zur Vergänglichkeit“ von Agnes Packebusch-Scheer ( Gründerin des Hospizvereins DASEIN und langjährige Vorsitzende des Vereins) am 20. Februar 2018 war gut besucht und sehr informativ.

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach schrieb 1911: „Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids – und ein Quell unendlichen Trostes.“ Der Dalai Lama sagte: „Das Bewußtsein der Vergänglichkeit macht uns klar, dass wir jeden kostbaren Moment nutzen müssen.“

Die Dinge des Lebens

Eröffnung der Fotoausstellung am Sonntag 10.12.2017 im Museum

Die Sonderausstellung „Die Dinge des Lebens“ mit Arbeiten von Joachim M. Huber, Dr. Christoph Kern und Michael Ruhland war vom 11.12.2017 bis 14.01.2018 im Museum Alzey, Antoniterstraße 41, zu sehen.

Begleitend zur Ausstellung fand am Samstag, 16. Dezember 2017 von 14.30 bis 16.30 Uhr im Museum ein Lieder- und Gesprächsnachmittag statt mit Dr. Christoph Kern und Joachim M. Huber, deren Werke in der Ausstellung zu sehen waren und Vorstandsmitgliedern des Hospizvereins. Pfarrer Joachim Putz begleitete den Nachmittag musikalisch auf seiner Gitarre und mit Liedern zu den  „Dingen des Lebens“.

Stationäre Palliativmedizin und ambulante Hospizarbeit im Dialog

So lautete der Titel der Einladung des DRK Krankenhauses Alzey zum Fachaustausch am 7. Februar 2017 von Fachkräften der Palliativstation und Hospizhelferinnen, die ehrenamtlich schwerkranke Menschen an ihrem Lebensende begleiten. Oberärztin Ruth Maas stellte das ganzheitliche Therapiekonzept der Station vor und der anschließende Austausch diente dem besseren gegenseitigen Kennenlernen und Vertiefung der gemeinsamen Arbeit.
Doris Neuhäuser stellte eindrucksvoll ihre Arbeit als Musiktherapeutin und die Wirkung von Klanginstrumenten auf Patientinnen und Patienten der Palliativstation vor: Klänge und Musik werden auch da eingesetzt, wo keine Worte mehr möglich sind, wirken beruhigend und häufig auch positiv auf das Schmerzempfinden. Mit einer kleinen Klangreise konnten die Teilnehmenden selbst die Wirkung der Klänge erspüren.

  • verschiedene Klanginstrumente, die in der Musiktherapie auf der Palliativstation zum Einsatz kommen
    verschiedene Klanginstrumente, die in der Musiktherapie auf der Palliativstation zum Einsatz kommen