25 Jahre Hospiz- und PaliativVerband Rheinland-Pfalz e.V.

25. Jubiläum des Hospiz- und PalliativVerband Rheinland-Pfalz e.V. in Corona-Zeiten: Für schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige unter schwierigen Bedingungen da sein

Die stark einschränkende Kontakt- und Besuchsregeln aufgrund der Corona-Pandemie haben die Arbeit der Hospizdienste in den letzten Monaten stark behindert. Davon betroffen sind auch die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Hospiz- und PalliativVerband Rheinland-Pfalz e.V. (HPV RLP). „Unser Jubiläum tritt in diesem Jahr natürlich in den Hintergrund – wir haben uns darauf konzentriert, die erschwerte Arbeit unser Mitgliedseinrichtungen in Rheinland-Pfalz zu unterstützen“, sagt Uwe Vilz, stellvertretender Vorsitzender des HPV RLP.

Trotz der Einschränkungen sind und waren wir in den letzten Monaten für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen weiterhin da. Dies war nicht immer im direkten Kontakt möglich und wir haben auf E-Mails, Video-Telefonie oder die gute alte Postkarte zurückgegriffen. Oft gelang es, eine Entlastung zu erzielen, indem wir Angehörige über die genannten Kommunikationswege gestärkt haben. Wenn wir das Glück hatten und gerade anfangs schwer erhältliche Schutzkleidung bekamen, waren in seltenen Fällen auch persönliche Kontakte mit Abstand im häuslichen Umfeld oder im Freien möglich.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind die Anfragen nach hospizlicher Begleitung und Unterstützung zurückgegangen. Das liegt insbesondere daran, dass Menschen in Pflegeeinrichtungen nicht besucht werden durften. Das bereitet uns Sorge, denn uns ist bewusst, mit welchen Ängsten und Fragen sich schwerstkranke und sterbende Menschen auseinandersetzen. Dabei wollen wir wie seit vielen Jahren ansprechbar und hilfreich sein. Die aktuelle Situation fordert uns in unserer Grundüberzeugung sehr heraus, dass niemand allein sterben muss, sondern begleitet von Mitmenschen.

Zur Unterstützung der über 2.000 Ehrenamtlichen in den Hospizeinrichtungen wurden seit dem 17. Juli 2020 durch das rheinlandpfälzische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Schutzausrüstungspakete mit Mund-Nase-Schutzmasken und Desinfektionsmittel verteilt. „Frau Ministerin Bätzing-Lichtenthäler war es wichtig, in dieser gemeinsamen Aktion mit uns ein symbolisches Dankeschön mit einem praktischen Wert zu verbinden“, so Uwe Vilz.

Auch wir profitieren von der Spende und Hospizkoordinatorin Hiltrud Regner freut sich über die Lieferung von Masken und Desinfektionsmittel, die unsere Hospizbegleitenden gut für ihren Einsatz gebrauchen können.

Unsere Ehrenamtlichen wünschen sich, die Betroffenen wieder mehr und mehr direkt begleiten zu können, sei es im eigenen Zuhause, aber auch im Krankenhaus und im Pflegeheim. Voraussetzung hierfür ist, dass im Pflegeheim und im Krankenhaus die für eine Lockerung der Kontaktbeschränkung notwendigen und damit einer Vereinsamung und Isolation der Betroffenen vorbeugenden Hygienekonzepte vorgelegt und umgesetzt werden. Die Bereitstellung von Schutzausrüstung ist dabei ein wichtiger Baustein.

Zum 25. Jubiläum des Hospiz- und PalliativVerband Rheinland-Pfalz e.V.

1995 hatten sich 7 Hospizeinrichtungen zu einer Landesarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um ihrer Forderung nach menschenwürdigen Sterben mehr Gehör zu verschaffen. Mittlerweile verfügt Rheinland-Pfalz über ein großes und gutes Netz an ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativeinrichtungen, das dank des Einsatzes von nahezu 2.000 Ehrenamtlichen eine solide Basis hat. Der Hospiz- und PalliativVerband Rheinland-Pfalz e.V. (HPV RLP), wie die ehemalige LAG Hospiz heute heißt, ist die landesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Rheinland-Pfalz.

Daten und Fakten HPV RLP -Vilz

PM PSA Hospiz- und Palliativeinrichtungen_Presse

Jahresausflug des Hospizvereins DASEIN am 21. Oktober 2017

Der Ausflug führte uns nach Darmstadt zur Bestatterin und Trauerbegleiterin Sabine Eller. Sie leitete unser Seminar zum Thema: ENDlich leben – Die kostbare Zeit zwischen Tod und Bestattung.
Sabine Eller empfing uns in ihrem Institut mitten in der Fußgängerzone in Darmstadt. In ihrem Bestattungsraum erfuhren wir viel über ihre Arbeit und dem pietätvollem Umgang mit Verstorbenen und deren Angehörigen. Wir hatten die Möglichkeit, in einem Sarg „Probe zu liegen“; und haben für uns neue Aspekte rund um den Tod erfahren.
Am Nachmittag besuchten wir die Ausstellung „ leben aus gestorben“. Sie befindet sich im still gelegten Krematorium auf dem Darmstädter Waldfriedhof. Sie wurde als Projektarbeit an Schulen erarbeitet und soll besonders Jugendliche inspirieren, sich mit dem Thema Tod zu befassen. Dieser Tag wird noch lange in uns nachwirken.

Spiritual Care: Wochenendseminar der HospizhelferInnen in Worms

17 HospizhelferInnen waren unter der Leitung von Robert Hofberger vom 31. März bis 1. April 2017 zu einer interessanten Begegnung in Worms zusammengekommen.
Thema des Seminars: Präsent Sein – Gut zu mir, gut zu anderen, eine Einführung in Spiritual Care
Diese Seminar wird von der Spiritual Care Fortbildungsakademie „Sukhavati“ angeboten und adressiert den Bereich der Selbstfürsorge.
Seminarverlauf: Nach dem gemeinsamen Abendessen begannen wir das Seminar mit einer Einführung in die Meditation. Die Meditation ist ein geschicktes Mittel um zu uns zurückzukommen, unseren verstreuten Geist heimzubringen-  denn: Wie kann ich in einer Begleitung präsent sein, wenn ich nicht bei mir bin?
Danach folgte in Kleingruppen eine sogenannte Redestabrunde mit dem Thema: Was war meine ursprüngliche Motivation für Hospizarbeit und was bestärkt mich immer noch, dieses Ehrenamt auszuüben? Neben der inhaltlichen Beschäftigung mit dem Thema lernten wir auf der einen Seite bewusster Zuzuhören und auf der anderen Seite wie wohltuend es ist  genügend Raum zu haben vollständig ausdrücken zu können was uns auf dem Herzen liegt.
Im Anschluss daran befassten wir uns mit den 3 Edlen Prinzipien, die ihre Wurzel im Buddhismus haben. Sie können uns eine Struktur geben für den Tag, aber auch für jede einzelne unserer Handlungen.

  • das Gute am Anfang –
    eine von Herzen kommende, mitfühlende Motivation erwecken
  • das Gute in der Mitte –
    ein Gewahrsein unserer grundlegenden Gutheit aufrechterhalten und aus dieser Quelle heraus handeln
  • das Gute am Ende –
    den spirituellen Nutzen und die Kraft, die durch unsere Handlungen entstehen, dem Wohlergehen aller fühlenden Wesen widmen

Nach einer kleinen Abschlussrunde ließen wir den Abend bei einem Glas Wein ausklingen.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück stiegen wir mit einer kleinen Meditationsrunde weiter in die Thematik ein und befassten uns näher mit dem Wesen der Meditation. Bei der Meditation ist die richtige Körperhaltung wichtig. Außerdem gibt es unterschiedliche Meditationsmethoden. Man kann z.B. einen Gegenstand fokussieren oder achtsam auf den Atem sein. Wichtig dabei ist, „vom Tun zum Sein“ zu kommen, präsent und offener zu werden und in diesem Zustand mehr und mehr zu verweilen.
Nach einer Pause näherten wir uns dem Begriff  „Spiritual Care“ an. Es gab eine lebhafte Diskussion darüber, was unter dem Begriff zu verstehen ist und wie spirituelle Fürsorge und mitfühlende Präsenz miteinander in Beziehung stehen. Als drei wesentliche Merkmale einer spirituellen Begleitung zeigten sich unsere Präsens, unsere Authentizität und unser grundlegendes Vertrauen.
Dazu folgte zum Abschluss des Vormittags ein Rollenspiel, bei der wir im Wechsel einmal Patient und Begleiter waren und eine direkte Erfahrung der wohltuenden Wirkungsweise mitfühlender Präsenz machen konnten.
Nach dem Mittagessen setzten wir uns weiter mit dem Thema Mitgefühl auseinander. Um unser manchmal eingeschränktes Potenzial mitfühlend zu sein zu erweitern, machten wir eine angeleitete Meditation:  den anderen als ein „weiteres Ich“ sehen und sich in eine andere Person hineinversetzen. In dem Wissen, dass Begleitungen Schwerstkranker und Sterbender uns auch an unsere Grenzen führen können, diskutierten wir gemeinsam welche Faktoren dazu beitragen, dass wir unser inneres Gleichgewicht verlieren, was unter Umständen bis zum Burnout führen kann. In dem Kontext der Selbstfürsorge erforschten wir, dass es manchmal nicht so einfach ist eigene Grenzen zu erkennen, gut zu sich selbst zu sein oder gar darüber hinaus sich selbst bedingungslos zu lieben. Eine angeleitete Meditation der „Liebenden Güte für sich selbst“ half uns diesen Bereich zu erschließen oder auch weiter zu vertiefen.
Nach Abschluss des Seminars nutzten wir die Gelegenheit bei Kaffee und Kuchen über weitere Themen unserer Hospizarbeit zu sprechen und den Tag ausklingen zu lassen. Es war eine intensive Zeit, die wir zusammen verbringen durften und alle waren sich einig, ein weiteres Seminarwochenende im nächsten Jahr wird es bestimmt geben.

Stationäre Palliativmedizin und ambulante Hospizarbeit im Dialog

So lautete der Titel der Einladung des DRK Krankenhauses Alzey zum Fachaustausch am 7. Februar 2017 von Fachkräften der Palliativstation und Hospizhelferinnen, die ehrenamtlich schwerkranke Menschen an ihrem Lebensende begleiten. Oberärztin Ruth Maas stellte das ganzheitliche Therapiekonzept der Station vor und der anschließende Austausch diente dem besseren gegenseitigen Kennenlernen und Vertiefung der gemeinsamen Arbeit.
Doris Neuhäuser stellte eindrucksvoll ihre Arbeit als Musiktherapeutin und die Wirkung von Klanginstrumenten auf Patientinnen und Patienten der Palliativstation vor: Klänge und Musik werden auch da eingesetzt, wo keine Worte mehr möglich sind, wirken beruhigend und häufig auch positiv auf das Schmerzempfinden. Mit einer kleinen Klangreise konnten die Teilnehmenden selbst die Wirkung der Klänge erspüren.

  • verschiedene Klanginstrumente, die in der Musiktherapie auf der Palliativstation zum Einsatz kommen
    verschiedene Klanginstrumente, die in der Musiktherapie auf der Palliativstation zum Einsatz kommen