Spende des Lionsclubs

Die Lionsclubs in Rheinhessen unterstützen maßgeblich die Hospizarbeit in der Region. So fand in der Adventszeit 2019 das große Benefizkonzert der Bundeswehr Big Band in der Mainzer Rheingoldhalle und unser Hospizverein wurde wie die anderen Aktiven mit 2000 € bedacht.

Die Präsidentin des Alzeyer Lions Clubs, Dr. Kirsten Kröger, überreichte im Rahmen eines Clubmeetings den Scheck an die Vorsitzende.

Aber damit nicht genug: groß war die Überraschung, als ein zweiter Scheck überreicht wurde – die Alzeyer Lions haben dem Hospizverein DASEIN ihre Adventsaktion gewidmet und den Erlös aus dem Adventskalenderverkauf gespendet. Stolze 8000 € kamen hierbei zusammen, sodass sich der Hospizverein über insgesamt 10000 € freuen kann.

Mit einem Vortrag zu den Vereinsaktivitäten und zu dem, was hospizliche Haltung ausmacht, gab Katharina Nuß den Clubmitgliedern Einblick in die Arbeit der Hospizbegleitenden.

In ihrem Dank an diese großzügige Unterstützung versicherte Katharina Nuß, dass die Spende komplett in die Aus- und Weiterbildung der Hospizbegleitenden geht und freute sich über die positive Resonanz der Vereinsarbeit. „ Das ist eine wunderbare Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements all unserer Mitglieder, die mit viel Herz und Zeit Menschen am Lebensende und ihre An- und Zugehörigen begleiten“, so die Vorsitzende.

Jubiläumsveranstaltungen anlässlich des 20 jährigen Bestehens des Hospizvereins

Lebendige Begegnung mit dem Tod
Bericht in der Allgemeine Zeitung am 15.01.2018 von Roswitha Wünsche-Heiden
ALZEY – Er sitzt mittendrin, der Gesichtslose mit dem dunklen Kapuzenmantel. Sitzt reglos auf der kleinen Bühne zwischen dem Bilderzyklus, den der Fotograf Joachim M. Huber von der krebskranken Brigitte Mohr in deren letztem Lebensjahr aufgenommen hat. Mittendrin in der Ausstellung „Die Dinge des Lebens“ befanden sich aber auch die Zuschauer, die sich kurz vor deren Ende zu einer Pantomime-Aufführung im Museum eingefunden hatten und von Katharina Nuß, der Vorsitzenden des Hospizvereins „Dasein“, willkommen geheißen wurden.
Die Gestalt des weiß gekleideten und geschminkten Schauspielers Christoph Gilsbach erweckte die Szene zum Leben. Mit Handschlag begrüßte er einen der Zuschauer für alle, ehe er das Leben als „lebendige Begegnung mit dem Tod“ vorführte. In seinem Auftrag gossen zwei Zuschauer Wasser über eine Tonfigur in einem Glaszylinder. Nun sah sie aus wie ein Embryo.

Minutiöse Mimik und Gestik

Tatsächlich begannen die folgenden neun Szenen, deren Ankündigung in den folgenden 60 Minuten die einzige sprachliche Äußerung blieb, mit Geburt und Kindheit. Kaum kann das Kind laufen, beginnt es saftig-süße, aber auch wurmige Äpfel vom Baum des Lebens zu pflücken. Es wächst mit den Schwierigkeiten, indem es zum Beispiel Zuschauer auf dem Weg zu seinem Ball überklettert.
„Jung und schön“ ist in der nächsten Szene eine weibliche Figur, die sich unglaublich lange schminkt und zurechtmacht, bis jedes Detail stimmt. Das Pendant dazu ist „Der Held“. Auch bei ihm müssen militärische Ausstattung und Haltung stimmen und eingeübt werden, bis er in den Kampf zieht, wo die schöne Aura des Helden hoffnungslos zur Fratze entgleist.
Gespannt und mucksmäuschenstill folgten die Zuschauer dem exakt beobachteten, in minutiöser Mimik und Gestik dargestellten Menschen, der inzwischen „auf dem Höhepunkt des Erfolges“ angekommen ist. Zwischen den modernen Möglichkeiten der Kommunikation hin- und herwechselnd, regiert er sein Imperium, gibt Anweisungen, kritisiert lautstark und hält sich mit Drogen leistungsfähig. Kleine Klaviersequenzen von Ludovico Einaudi trennten auch diese von der folgenden Szene, der „Unzufriedenheit“, die lethargisch auf einer Parkbank sitzend die Überreste des Lebens aus einem Abfalleimer sortiert.
Beeindruckt und angerührt von dieser Art wortloser Darstellung war Martina Rose beispielsweise von der unspektakulären, kleinen Szene „Klammern an den Alltag“. Doppeldeutig verwendet der Künstler das Wäscheaufhängen als Metapher für die Alltagsroutine, die einerseits Halt gibt, aber auch als Last empfunden wird. Margit Orthey lobte trotz der Schlussszenen, in denen der Tod zunehmend in den Fokus rückte, den Gesamteindruck der Darbietung als heiter und aufbauend. So verzweifelt der Mensch nicht am Tod seines Kindes, weil es ihm gelingt, Abschied zu nehmen und weiterzuleben und Dr. Herbert Schmitt zeigte als einer der ins Geschehen einbezogenen Zuschauer keine Berührungsängste beim Tanz mit dem Tod.
Als schließlich der alte Mensch sein buntes, gelebtes Leben ruhig plaudernd akzeptiert, ließ Gilsbach in einem grandiosen Schlussbild Dutzende von Schmetterlingen zu Louis Armstrongs „Wonderful World“ durch den Raum gaukeln und gab sie den Zuschauern mit auf den Heimweg. Ganz nebenbei fiel ein letzter Blick beim Hinausgehen auf die Tonskulptur, die inzwischen ganz unauffällig wieder zu Erde geworden war.

Künstler: Christoph Gilsbach studierte klassische Pantomime an der Folkwang-Hochschule in Essen. Seine Figur des Clowns entwickelte er mit internationalen Künstlern und perfektionierte sein Maskenspiel bei zahlreichen Auftritten im In- und Ausland.


Pantomimentheater  Mi 10.01.2018  19.30 Uhr im Museum in Alzey

Das Leben – eine lebendige Begegnung mit dem Tod von und mit Christoph Gilsbach (https://www.gilsbachdasleben.de/)

Ein außergewöhnliches Theaterstück, ganz ohne Worte. Ergreifend durch die Darstellung der einzelnen Lebensstationen, die sicher jeder schon einmal erlebt hat. Packend, mitreißend und mit einem ermutigendem Ende. In Szene gesetzt mit 9 Bildern und einem Musikstück.